Monatsarchiv: Januar 2012

Deutschland quo vadis?

Marina Weisband, die politische Geschäftsführerin der Deutschen Piratenpartei hat antisemitische Hassmails bekommen und ihr Bild wurde auf rechtsextremen Seiten publiziert. Die Juden würden die deutschen Parteien zurückerobern, heisst es dort.

Ein weiteres Zeichen, wie braun Deutschland immer noch (oder schon wieder?) ist. Für den, der deutsche Blogs und Foren beobachtet, keine wirkliche Überraschung. Da hilft alles Schönreden der Politiker und Massenmedien nichts: Der Antisemitismus ist in Deutschland latent. Der Staat ist durchsetzt mit Braunhemden, voran der Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst BND.

Dazu kommt noch die typisch deutsche Arroganz: Griechenland soll unter Kuratel gestellt werden, wird jetzt ultimativ gefordert. Es soll seine Budget-Hoheit an EU-Kommissare abgeben. Deutsche Vögte wollen in Griechenland Zuchtmeister spielen. Das ist schlicht krank. Man stelle sich vor, es wäre umgekehrt!

Natürlich ist Griechenland nicht mehr zu retten. Doch die einzige vernünftige Lösung heisst zurück zur Drachme. Dann können sie weiterwursteln bis in alle Ewigkeit. Und natürlich verstehe ich den Unmut der Deutschen, die in Europa für alles und jeden zahlen sollen, während zu Hause gespart werden muss.

Andererseits haben sie sich das selbst eingebrockt: Besessen vom Ziel Exportweltmeister zu werden, wurde fleissig Lohndumping betrieben. Während die Südländer auf Kredit fröhlich deutsche Waren kauften, mussten die Deutschen den Gürtel immer enger schnallen. Während im Süden in der Pampa neue Kreisel und Flughäfen gebaut wurden, wurden die Löcher in den deutschen Strassen immer grösser. Und es waren die Banken im Norden, die dem Süden die Kredite dazu gaben.

Man stelle sich vor: Ich verkaufe meinem Nachbarn meinen selbstgebrannten Schnaps und damit er bezahlen kann, gebe ich ihm dazu noch das Geld. Der Nachbar liegt aber bloss faul im Garten und macht sich einen schönen Tag.

Voll Wut gehe ich zum Gartenzaun und sage, dass er jetzt endlich sparen soll. Er soll weniger essen, damit er weiter die Zinsen des Kredits bezahlen kann. Und er solle doch bitte etwas arbeiten. Doch der Nachbar hat keine Arbeit. Beim Schnaps jedoch, darf er nicht sparen, den möchte ich weiter über den Gartenzaun exportieren. Sonst geht meiner Schwarzbrennerei der Ofen aus. Dabei ist mein Ofen ohnehin schon angeschlagen, denn ich habe beim Unterhalt gespart um möglichst kostengünstig Schnaps herstellen zu können.

Das ist meschugge.

Die Italiener, Griechen, Spanier und Portugiesen wollen und können nicht sparen. Erstens würden sie damit ihre Wirtschaft abwürgen und zweitens macht das Volk nicht mit. Wie auch, bei der extremen Jugendarbeitslosigkeit? Deutschland soll zahlen, jawoll.

Das kommt davon, wenn man den Euro zur Religion macht.

Eine Predigt im Tempel der Atheisten

Ich habe ja schon immer gesagt, der Atheismus sei eine Religion. Bestärkt wurde ich in meiner Ansicht durch die Missionstätigkeit der Atheisten, ein untrügliches Zeichen einer Religion. Nun meldet The Guardian, dass die Atheisten in London einen eigenen Tempel bekommen sollen. Der britische Philosoph und Atheist Alain de Botton meint, die Atheisten hätten die gleichen Bedürfnisse wie die Anhänger anderer Religionen und bräuchten auch einen Ort, wo sie hingehen und Andacht halten könnten.

Da muss ich Alain de Botton zustimmen. Wer an das grosse Nichts glaubt, braucht dringend einen Tempel. Ich melde mich freiwillig als Atheistenpriester und habe mir auch schon eine erste Predigt zurecht gelegt:

Liebe Nichts-Gläubige, liebe Atheisten

Wir haben uns heute im Tempel des Nichts versammelt um uns wieder einmal der Ewigkeit bewusst zu werden, die vor und hinter uns liegt. Jahrmillionen nach dem Urknall hat ein unwahrscheinlicher Zufall uns Menschen geformt. Doch Zufälle, so unwahrscheinlich sie auch sein mögen, sind vergänglich. Und so werden wir wieder zu dem werden, was wir vor unserer Existenz gewesen sind: zu Sternenstaub. Unser Bewusstsein, zusammengehalten von den Nervenknoten unseres Gehirns, wird sich im Augenblick unseres Todes auflösen und vergehen. Denn es gibt keinen Gott ausser dem grossen Nichts. Atheluja.

Wir freuen uns alle auf diesen Augenblick, den er bedeutet ewige Ruhe. Keinen Stress, keinen Streit, keine Alimentenzahlungen, keine Steuern. Nichts als ewigen Schlaf. Diese Gewissheit gibt uns die Kraft, die Schwierigkeiten des Alltags zuversichtlich zu meistern. Im Gegensatz zu anderen Religionen, deren Götter so unwahrscheinlich sind, wie die Tatsache unserer Existenz, brauchen wir uns nicht auf ein Dasein im Jenseits vorzubereiten. Wir brauchen nicht zu beten, denn das Nichts verlangt nicht danach, wir brauchen uns nicht an Gesetze aus tausendjährigen Büchern zu halten, denn dem Nichts ist das egal. Es wird uns, gleich wie wir gelebt haben, in seiner ewigen Finsternis empfangen und willkommen heissen. Atheluja.

Liebe Atheisten, gerade weil wir uns bewusst sind, dass wir nichts anderes sind als ein kurzes Blinken in den Hallen der Ewigkeit, können wir das Leben so richtig geniessen. Wir können tun und lassen, was uns beliebt. Wir können nach Herzenslust sündigen, wir können Schlemmen und Ehebrechen. Es spielt keine Rolle. Natürlich achten wir die Gesetze dieses Landes wie alle anderen anständigen Bürger. Denn wir wollen unsere Tage nicht im Gefängnis verbringen und wir wollen unseren Geist im Augenblick der Auflösung auch nicht mit Reue und Gewissenbissen belasten und damit diesem einmaligen Moment seine Feierlichkeit und Würde rauben. Für uns gilt daher auch: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Atheluja.

Wir wissen, dass nach dem Tode nichts ist, dass es kein „Leben“ danach gibt. Lasst uns also hier und jetzt leben und jeden Moment geniessen. Die Wahrheit unseres Wissens, durch die Wissenschaft untermauert, sollten wir aber nicht für uns behalten. Darum geht hinaus in die Welt und verkündet den Menschen unseren Glauben. Überzeugt sie vom Nichts nach dem Tod, auf dass sie die Mühsal ihrer nutzlosen Gebete und die Einschränkungen ihrer Gebote und Verbote in der Mülltonne der Geschichte entsorgen. Entlastet vom Glauben an ihre Seele, können auch sie die Freuden dieses Lebens uneingeschränkt geniessen, ohne einem nicht existierenden Gott Rechenschaft ablegen zu müssen. Atheluja.

Nun lasst uns zusammen zum Schluss noch ein Lied anstimmen. Es ist von Bobby McFerrin und heisst: Don’t worry be happy.

Atheisten leben gefährlich

In Indonesien drohen einem Mann fünf Jahre Gefängnis, der sich auf Facebook als Atheisten outete. Schlimmer noch: er musste von der Polizei in Schutzhaft genommen werden, um nicht vom Mob gelyncht zu werden. Alexander Aan heisst der Mann und wurde als Muslim geboren.

Es gibt eben Dinge, die man an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten nicht sagen sollte. In Zukunft vielleicht nicht einmal denken sollte. Denn die Wissenschaft ist dabei, einen Gedankenleser zu entwickeln. Darauf warten die Herrscher dieser Welt schon lange.

Dabei ist Indonesien noch ein verhältnismässig offener Staat. Obschon die Mehrheit der 200 Millionen Bevölkerung dem Islam anhängt, ist dieser nicht Staatsreligion. Neben dem Islam sind der Katholizismus, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus vom Staate anerkannt. Atheismus ist jedoch verboten.

Da sind andere weniger tolerant. Dabei fällt mir auf: Je grösser der Ölreichtum, desto intoleranter. Ob da ein Zusammenhang besteht? Wie dem auch sei. Vergangenen Dezember fand in Washington DC eine Konferenz statt, die als „Istanbul Process Conference“ bekannt ist. Der nächste Gastgeber dieser Veranstaltung im Juli 2012 wird übrigens die EU sein. Worum geht es bei dieser Konferenz?

Um nichts anderes, als ein weltweites Verbot der Kritik am Islam und der Scharia.

Da bin ich doch ganz froh, ein Pastafari zu sein, ein Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters. Die Wahrscheinlichkeit seiner Existenz ist vermutlich gleich gross, wie die aller anderen Götter. Aber vielleicht kommt ja jeder in den Himmel, den er verdient. Und da sind mir Spaghetti allemal lieber als den ganzen Tag Harfe zu spielen und Halleluja zu singen.

Euer Traumperlentaucher

Bild: Kein schwarzer Schwan, aber eine schwarze Krähe.

Die USA treiben Europa vor sich her

Selbst am Rande des Abgrunds agieren die USA äusserst geschickt, indes die Europäer wie besoffene Hühner umhertorkeln und gackern.

Goldman Sachs hat schon kräftig bei der Fehlkonstruktion des Euros mitgewirkt. Nun erfolgt der nächste Streich: Die Herabstufung des Ratings von Frankreich und weiteren EU Staaten versetzt nun dem Euro den Todesstoss. Standard&Poor’s agiert, wie Goldman Sachs, wohl kaum unabhängig von den US Strippenziehern.

Derweil begehen die Europäer einen Fehler nach dem anderen: Die Schuldenstaaten werden endgültig zu Tode gespart. Griechenland wird um jeden Preis im Euro gehalten, die Banken werden durchgefüttert, die Reichen gehätschelt und Schulden mit weiteren Schulden bekämpft.

Und da erfolgt schon der nächste Streich aus den USA: Ihr Ölembargo gegen den Iran trifft die Amerikaner kaum. Sie beziehen ihr Öl hauptsächlich aus Saudi Arabien. Darum auch die „Freundschaft“ mit diesem mittelalterlichen Staat, der die eigentliche Quelle des Islamismus und des damit verbundenen Terrors ist. Anders die Europäer: Iran ist hier ein wichtiger Öl-Lieferant. Nun sollen sich die Europäer dem Ölembargo anschliessen.

Wird der Krieg mit dem Iran losbrechen (Die Frage ist nicht ob, sondern wann), so wird die Lage noch schlimmer. Der Ölpreis wird zum Mond geschossen und somit für die Krise der Turbo gezündet.

Träumen wir doch von was anderem. Euer Traumperlentaucher

Bild: Erntemaschine

Das Ende der Freiheit

Das folgenschwerste Ereignis 2012 war nicht Fukushima, kein Vulkanausbrauch, kein Krieg und keine wissenschatliche Entdeckung, nichts war meines Erachtens so bedeutend für die Zukunft dieser Welt, wie der vom US Senat beschlossene und von Obama unterzeichnete NDAA.

Denn das darin enthaltene neue Gesetz kommt der Ausrufung des Kriegsrechts in den USA gleich, verstösst gegen die Menschenrechte und gegen die amerikanische Verfassung, The Bill of Rights.

Es bedeutet das Ende der Freiheit und der Beginn einer Terrorherrschaft.

Doch viel zu wenige Menschen haben die ungeheuerlichen Konsequenzen begriffen, die der NDAA mit sich bringt.

Der National Defense Authorization Act gibt dem US Militär das Recht, US-Bürger weltweit gefangen zu nehmen und ohne Anklage, ohne Anwalt und ohne richterlichen Beschluss in Geheimgefängnissen auf unbestimmte Zeit einzusperren. Für Nicht-US-Bürger gilt das sowieso, bzw. galt bereits bisher (Guantanamo). Dazu genügt der Verdacht, den Terrorismus zu unterstützen.

Das bedeutet, dass jeder Mensch dieser Erde jederzeit auf Nimmerwiedersehen verschwinden kann, wenn es das US-Militär für nützlich erachtet.

„Ich bin doch kein Terrorist“, wirst du sagen, „mir kann nichts passieren. Nur Al Kaida und Taliban Mitglieder werden weggesperrt, und das ist doch besser, als sie neben sich im Flugzeug zu haben.“

Doch Vorsicht, wer verdächtig ist, bestimmst nicht du. Eine Personen-Verwechslung, eine Unterstützung von Wikileaks, ein kritisches Blog oder die Nähe zur Occupy Bewegung, und du bist Terrorist. Falsche Freunde, verdächtige Touristenfotos oder einer der dich anschwärzt, und du bist Terrorist. Du zweifelst an 9/11 und anderen Märchen, und du bist Terrorist. Keine Anklage, kein Anwalt, kein Richter, niemand, der deine Unschuld prüft. Und kein Mensch weiss, wo du bist. Das hatten wir zum letzten Mal in Europa bei den Nazis und kommt heute nur in den schlimmsten Diktaturen vor.

Er habe „Mühe“, dieses Gesetz zu unterzeichnen und er werde es in seiner Amtszeit sicher nicht anwenden, sprach Obama und unterschrieb es. Das ist der gleiche Obama, der Guantanamo zu schliessen versprach. Und wer auf Obama folgt, wissen wir nicht. Vielleicht einer der Kriegsgurgeln oder religiösen Spinner, die sich als republikanische Präsidentschaftskandidaten präsentieren.

Ich habe in diesem Blog schon vor seinem Amtsantritt vor dem falschen Messias Obama gewarnt, aber so schlimm habe ich es nicht kommen sehen. Fehlt nur noch, dass er den Krieg gegen den Iran anfängt. Die „Chancen“ stehen gut.

Zurzeit betreibt die FEMA in den USA Konzentrationslager, 600 bis 800 gibt es davon, über das ganze Land verstreut. Angeblich Auffanglager für Katastrophen oder Unruhen. Konzentrationslager hatten wir zuletzt bei Hitler. Noch sind die Lager leer. Aber wir wohl noch in diesem Jahrzehnt erleben, wie sie gefüllt werden.

Keine schönen Aussichten. Aber uns bleiben ja noch die Träume von einer gerechten Welt. Euer Traumperlentaucher

Kognitive Dissonanz


Laut 20Minuten Online stehen 80% der Schweizer hinter Hildebrand und denken, dass er einen Super Job gemacht hat.
Erstaunlich, denn wie nun auftauchende Emails beweisen, war Hildebrand bestens im Bild und hat die Devisenspekulation gutgeheissen. Der Mann, der den Franken an den Euro band und daher wusste, dass damit der Dollarkurs steigen würde, hat im Vorfeld Dollar gekauft und anschliessend  wieder mit Gewinn verkauft. Das war zwar laut Gesetz nicht verboten, aber ist ganz klar ein Insiderhandel. Darum ist er auch zurückgetreten (worden). Das war richtig und wer das bedauert hat nicht alle Tassen im Schrank oder versteht die Materie nicht. Wir brauchen keinen Spekulanten und Mischler als SNB-Präsidenten.

Doch wieso stellen sich so viele hinter Hidebrand? Die Antwort ist einfach: Weil sie den arrogant auftretenden Blocher nicht ausstehen können, die SVP hassen und andererseits den putzigen Hildebrand süss finden. Gefühl siegt über Verstand. Hätte ein Cüpli-Sozi Hildebrand versenkt, würde es ganz anders tönen.
Ich mag Blocher und die unappetitlichen Gestalten in seinem Dunstkreis auch nicht. Mir hat der Versuch den Zuppel dem Parlament als Bundesrat unterzujubeln, endgültig gereicht. Der schmierige Anwalt Lei, der am TV „id Hose seicht“ ist signifikativ für den Geisteszustand dieses Vereins und seiner Anhänger . Aber deshalb ist Hildebrand für mich kein Heiliger.
Natürlich gibt es kaum einen im Politik-Filz, der nicht Dreck am Stecken hat. Aber ein SNB-Präsident sollte sich ausschliesslich zum Wohle des Schweizervolks einsetzen und nicht sein Millionensalär mit privaten Spekulationen aufgrund seines Insiderwissens aufbrezeln.

Euer Traumperlentaucher.

Bild: Muskatnuss

 

Die Welt, eine einzige grosse Lüge?

Natürlich besuche ich ab und zu meinen Freund Armin im Sanatorium, auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr davon berichtet habe. Er lebt dort oben in einer Welt, die sich immer weiter von der Wirklichkeit entfernt. Als ich bei meinem letzten Besuch Armin darauf ansprach, meinte er:

„Schwer zu sagen, wer sich von wem entfernt, wenn zwei auseinander driften. Jeder nimmt sich selbst zum Massstab und behauptet, es sei der Andere, der sich von ihm entferne.“

„Ausserhalb dieses Hauses ist die Wirklichkeit das Mass“, entgegnete ich.

„Ein Mass das sich verändert. Mach mir nichts vor. Auch du spürst es. Die Menschen spüren es. Die Finsternis gewinnt an Macht und Einfluss. Hektik und Stress nehmen zu, die Polaritäten werden extremer und die Menschen zunehmend egoistischer“

„Du bist ein Schwarzseher, genauso wie die Anhänger des Maya-Weltuntergangs.“

Armin schüttelte den Kopf. „Die Welt, die du meinst, wird auch 2012 nicht untergehen. Denn sie existiert nicht.“

„Du negierst die Existenz der Wirklichkeit?“

„Nein, ich möchte damit ausdrücken: sie ist nicht so, wie du denkst. Sie ist längst nicht so wirklich, wie du glaubst. Das, was du als Wirklichkeit ansiehst, ist bloss eine Bühne für ein grandioses Theater.“

„Da magst du recht haben, aber ist es mit deiner Traumwelt nicht dasselbe?“

„Meine Träume sind zumindest ehrlich. Deine Wirklichkeit ist es nicht. Sie ist eine einzige grosse Lüge.“

Die Welt, eine Lüge? Manchmal glaube ich, dass Armin recht hat. Euer Traumperlentaucher